Glück Auf!
Am 25. Oktober wird Kamenz nach einer kleinen Bergparade durch die Innenstadt in der Hauptkirche St. Marien den ersten Bergmännischen Gottesdienst seiner Geschichte erleben.
50 Habitträger der Bergbrüderschaft Schneeberger Bergparade e.V. und ca. 20 Bergmusiker der Bergkapelle Schneeberg sind in der Stadt zu Gast.
Bergparaden und Berggottesdienste gehören zu den schönen Bergbautraditionen des Erzgebirges, die besonders in der Advents- und Weihnachtszeit viele Menschen anziehen. Aber es gibt auch andere Gottesdienst im Jahr, in denen Bergleute in die Kirchen einziehen dem Gottesdienst ein besonderes festliches Gepräge geben.
Der Kamenzer Pfarrer Joachim Krönert hat die Bergbautraditionen in seiner Amtszeit als Pfarrer in Schneeberg-Neustädtel kennen und lieben gelernt und Bergbrüderschaft und Bergkapelle hierher eingeladen.
Mit einer kleinen Bergparade werden Musiker und Habitträger 13:30 Uhr am Schulplatz an der Klosterkirche starten und dann 14: 00 Uhr in die Hauptkirche St. Marien einziehen. Bergmärsche und Bergchoräle werden auch im Gottesdienst erklingen. Beeindruckend mündet der Schneeberger Bergmarsch am Schluss in den bekannten Choral „Nun danket alle Gott“, bei dem die Bergbrüderschaft am Schluss aus der Kirche auszieht.
Im Gottesdienst wird es auch um die Arbeit der Bergleute, um die verschiedenen Gewerke und Funktionen gehen.
Glaube und Bergbau gehören im Erzgebirge eng zusammen. Man erinnert sich daran, dass zum einen auch die Bodenschätze, die im Bergbau gefördert wurden, zu den guten Gaben des Schöpfers gehören und man zum anderen gerade im Schneeberger Revier immer wieder auf die frühe Verbreitung der Gedanken der Reformation und der evangelischen Predigt verweist.
Im Huthaus, in dem die Schicht begann wurde oft eine kurze Andacht gehalten, um Schutz und Bewahrung für die Arbeit gebetet. Die Namen der Bergbauhalden zeugen davon.
Lassen Sie sich einladen zur Bergparade durch die Kamenzer Altstadt und zum festlichen Gottesdienst in St. Marien.
Informationen zum Verein
Bergbrüderschaft „Schneeberger Bergparade“ e. V.
Der Verein
Die erste urkundliche Erwähnung des Wortes „Knappschaft" für die Bergstadt Schneeberg findet man
im Jahre 1479. Da lesen wir in einer Chronik: „Dem Hauptaltarwerk in der ersten steinernen Kirche zu
beiden Seiten standen, gegen Mitternacht, der Rosenkränzer- oder Schmeltzeraltar, und gegen
Mittag der Knappschafts-Altar“. Am 12. Mai 1967 trafen sich 23 heimat- und bergbauverbundene
Bürger im damaligen Kulturhaus „Goldne Sonne“ um die Bergbrüderschaft „Schneeberger
Bergparade“ wiederzugründen.
Pflegschaftsobjekte
Die Schneeberger Bergbrüderschaft pflegt bergbauliche Objekte und Schauanlagen entlang des
Schneeberg-Neustädtler Bergbaulehrpfades. Dazu gehören das Knappschaftsdenkmal Sankt Anna,
Haldensturz und Treibhaus auf der Fundgrube Sauschwart, der Pulverturm und die
Bergbauminiaturlandschft bei der Fundgrube Gesellschaft, der Köhlerturm auf dem Gleesberg und
der Brendel-Stein. In der Bad Schlemaer Bergbaulandschaft pflegen sie die Eichhörnchenquelle am
Fuße der Hammerberghalde.
Trägergemeinschaft
Die Bergbrüderschaft „Schneeberger Bergparade“ bekleidet mit der Trägergemeinschaft die
Verstorbenen zu ihrer letzten Ruhestätte. Grundlage dafür ist eine kurfürstliche Verordnung vom 31.
Juli 1668. Die aus diesem Jahr 1668 stammende Tradition wird bis heute fortgesetzt. Es bilden
ausschließlich Mitglieder der Bergbrüderschaft die Trägergemeinschaft. Sie tragen ihr historisches
Paradehabit. Vor dem Sarg erscheint der sogenannte „Zeichenschütz“. Diese Bezeichnung geht auf
das Schützenwesen zurück, und ist nicht bergmännischen Ursprungs. Der Vertrauensmann, der beim
Vogelschießen „um Vorteil“ schoss, wurde einfach der „Schütz“ genannt. Für die Ehre des Schießens
hatte nur der Schütz die Verpflichtung bei Todesfällen von Mitgliedern der Grabgesellschaft den
Leichenträgern ihre Nummer, ihr „Zeichen“ ins Haus zu tragen oder zu schicken. So prägte sich mit
der Zeit für den Anführer der Trägergruppe die Bezeichnung „Zeichenschütz“. Auch heute ist dieser
Ausdruck noch üblich, obwohl er kein Schütze ist. Der Eingesetzte Zeichenschütz der Arbeitsgruppe
„Trägergemeinschaft“ koordiniert bis zu 70 Erdbestattungen über das Jahr verteilt, auf den
Friedhöfen in Schneeberg, Neustädtel, Griesbach und Aue-Bad Schlema OT Bad Schlema.
Der Vorstand
Vorsitzender: Ray Lätzsch
2. Vorsitzender: Steffen Wünsche
Schriftführerin: Anja Vieweg
Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit: Mike Rothemann
Schatzmeisterin: Christine Rotbarth
2. Schatzmeister: Phil Mischko
Trachtenwart: Mirko Ofenstein
2. Trachtenwart: Jost Schnorr